/ Interview mit Franz Linser: „Schenken bei Wellness viel zu viel her“

Im Rahmen des Global Wellness Summit in Kitzbühel (wirtschaft.tirol berichtete: Neue Superlativen sind gefragt) sprachen wir mit Franz Linser, dem CEO von Linser Holspitality und Vorstandsmitglied des Global Wellness Summit.

INTERVIEW

wirtschaft.tirol: Im Rahmen des Global Wellness Summit wurden große Zahlen und große Möglichkeiten genannt. Was können die Erkenntnisse aus dem internationalen Treffen für Tirol bedeuten?

Franz Linser: Ich glaube, durch dieses Treffen kommt viel in Bewegung. Das war meine große Hoffnung. Monatelang war ein wenig unklar, was da mit Global Wellness Summit auf Tirol zukommt. Das änderte sich relativ schnell. Die Tirol Werbung ist jetzt Feuer und Flamme und es hat sich im Vorfeld des Summit schon einiges getan.

Tirol wurde vielfach als „Wiege des Wellness-Tourismus“ bezeichnet. Auch das Wellness-Magazin „euopean Spa“ titelte im Vorfeld des Global Wellness Summit mit „Cradle of wellness“. Was bedeutet das?

Wir waren Pioniere. Das mit der Wiege bezieht sich nicht auf Wellness im Allgemeinen sondern auf Wellness-Tourismus. Dass der Wellness-Tourismus aus Tirol stammt, war auch ein Argument dafür, den Summit hierher zu holen. Zum 10-Jahres-Jubiläum wollten wir etwas Spezielles haben. Und das haben wir bekommen.

Wie definieren Sie Wellness?

Wenn wir uns das vor Augen führen, was die Erfinder von Wellness damit meinten, dann muss das viele überraschen. Es ist nicht dieses flache Etwas, das wir künstlich daraus gemacht haben. Es ist viel mehr. Wir müssen eigentlich nur einen Schritt zurückgehen, back to the future macht schon Sinn. Da hätten wir den Weg vorgegeben.

Sie sagten, es gehe darum, das Leben als Ganzes zu umarmen, aus einer „to do list“ eine „to be list“ zu machen. Der Gegenpol zu sich Wohl fühlen, ist, sich unwohl zu fühlen. Gilt es, die Gründe für das Unwohlfühlen zu finden und zu „behandeln“?

„Wir sprechen in unserem Institut auch schon von unwell-tourism – wenn du danach dicker bist als vorher und dich unwohler fühlst. Ja, der Zugang hat sich in den letzten 10 Jahren auch vor dem Hintergrund der Ängste und Schlafprobleme und burn outs sehr geändert. Da muss man die Programme anpassen. Wenn ich die Leute eincreme, wenn sie Depressionen haben, dann muss ich mir echt überlegen, ob ich das verstanden habe. Der Summit soll der Weckruf für die heimische Branche sein. Darüber würde ich mich sehr freuen, denn da hätten wir – ohne belehrend zu sein – etwas erreicht.

Was meinen Sie mit Weckruf?

Wir werden hier gefeiert, doch müssen wir auch liefern. Ich glaube, es wäre schon an der Zeit, dass sich da etwas tut. Wenn du für Wellness nichts verlangst, dann wirst du auch nichts damit verdienen. Wellness kostet international viel, viel mehr. Da ist das auch ganz anders getrennt und es ist klar, wenn du durch diese Tür gehst, kostet das. Wir schenken da viel zu viel her und sollten auch über die Geschäftsmondelle nachdenken. Bei uns sind die Superlative die Anzahl der Häuser, Anzahl der Gäste, etc – aber die Zahlen daneben stehen meistens klein gedruckt, wenn überhaupt. Da ist noch viel zu tun und ich glaube durch diesen Diskurs lernt man von den anderen. Die Top-Hotels in Tirol waren immer bereit, zu lernen. Die anderen meinten, ja ja eh, wissen wir schon. Das stimmt eben nicht. Wir haben, Sie erwähnten es bereits, dieses gewaltige Prädikat „Cradle of Wellness“ bekommen. Allein schon das mit diesem Summit erreicht zu haben, ist ein Riesen-Erfolg. Es ist eben ein Unterschied, ob wir sagen, dass wir das Tourismusland Nummer Eins sind, oder wenn es andere über uns sagen.

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